Hei - ein Austausch mit dem glücklichsten Land der Welt

    Liegt das Glück der Finnen an ihrem Schulsystem, der Sauna oder der wundervollen Natur? Durch den Schüleraustausch 2026 mit dem Kajaanin Lukio, der finnischen Partnerschule des SG in Kajaani, wurde zwölf SchülerInnen des Schwalmgymnasium die Möglichkeit geboten, die finnische Kultur kennenzulernen, Freundschaften zu knüpfen und herauszubekommen, was die Finnen zum glücklichsten Volk der Welt macht.

    Angefangen hat alles am Frankfurter Flughafen mit der bekannten deutschen Pünktlichkeit, denn dort waren wir alle am Donnerstag, dem 26. August, schon eine Stunde vor der vereinbarten Zeit eingetroffen. Einige von uns waren bestimmt aufgeregter als andere, denn für sie war es der erste Flug überhaupt. Nach einem kleinen Zwischenstopp in Helsinki kamen wir gegen 19:00 Uhr Ortszeit in Kajaani an, wo wir das erste Mal unsere Gastfamilien trafen.

    Den ersten Schulbesuch hatten wir am nächsten Morgen, an dem wir alle ziemlich über das etwas andere Schulsystem gestaunt haben: Der Schulanfang um 8 Uhr und besonders das Gratismittagessen für alle SchülerInnen hinterließen gleich am ersten Tag einen sehr positiven Eindruck. Auch der Unterricht war anders gestaltet. Es gab nicht so viel mündliche Beteiligung der Schüler, sondern die Lehrer haben die meiste Zeit geredet. Aus diesem Grund ist die Benotung auch anders aufgeteilt. Die mündliche Mitarbeit zählt eher, um zwischen zwei Noten zu entscheiden, und die schriftlichen Leistungen zählen zu ca. 90%. Die Schüler hatten generell auch ein anderes Verhältnis zu ihren Lehrern. Die Lehrer dürfen geduzt werden und werden auch beim Vornamen angeredet.

    Am selben Tag hatten wir und unsere Austauschpartner zudem die Möglichkeit, im Rahmen eines Keramik-Workshops ein Tier oder eine andere Art von Kleinplastik zu modellieren.

    Das Wochenende haben wir alle bei unseren Gastfamilien verbracht. Einige sind am Samstag zum Linnanvirta Park Festival, einem alljährlich zum Sommerende in Kajaani stattfindenden Stadtfest, gegangen und haben den Abend mit dem Feuerwerk ausklingen lassen. Am Sonntag waren dann etliche von uns bei der Wanderung im stadtnahen Akkovaara-Wald mitsamt Würstchen- und Marshmallow-Grillen überm Lagerfeuer dabei.

    In der darauffolgenden Woche waren wir Kuopio, einer größeren Stadt ca. 150 Kilometer südlich von Kajaani, wo wir zunächst einen leider etwas nebligen Ausblick vom Puijo-Turm über die Stadt und das v.a. vom Kallavesi-See geprägte Umland hatten, bevor wir anschließend noch eine tolle Schifffahrt auf diesem weitläufigen See gemacht haben. Der Dienstag hat eigentlich einen sehr sonnigen Anschein gemacht, hat uns dann aber doch im Stich gelassen, obwohl wir gutes Wetter für den Besuch des Hochseilgartens gut hätten brauchen können. Trotz des zeitweise starken Regens haben wir uns dann aber doch getraut und sind hoch auf und durch die Bäume geklettert. Am Mittwoch hatten wir, wie schon am Vortag, nochmal Gelegenheit zu Unterrichtsbesuchen, bevor wir den restlichen Vormittag in der Stadt bei der Schlossruine verbracht haben und dann noch in das Kainuu Museum gegangen sind, wo wir etwas über Herstellung, Verwendung und Transport(wege) von „Tar“ gelernt haben, jenem aus Kiefern gewonnenen Holzteer, der in früheren Zeiten von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die Region war. Abends sind wir alle wieder für eine kleine Abschiedsfeier in der Schule zusammengekommen und hatten noch eine tolle Zeit.

    Natürlich gab es auch individuelle Erlebnisse während der Woche in Finnland, wie zum Beispiel die Sichtung von Polarlichtern, einen Wochenendausflug mit der Gastfamilie zu ihrem „Mökki“, dem typischen finnischen Ferienhäuschen im Wald am See, oder einen Saunabesuch (oder gleich beides in Kombination). Der Tag der Abreise kam angesichts der schönen Zeit in Finnland schneller als gedacht und wir freuen uns schon jetzt darauf, die finnischen Austauschschüler im Frühjahr bei uns zu begrüßen.