Sie sind hier: Startseite / Zeitungsdetails
7.10.2008 : 4:13 (+0200)

 Zeitungsdetails

Benutzer
Passwort
Angemeldet bleiben.

Zeitungsartikel

HNA: Niemand war schlauer

SCHWALMSTADT. Nie wieder Schule. Für die Schwalmgymnasiastin Melanie Marth ist der Abschluss nach 13 Jahren besonders positiv. Die 19 jährige kann am Wochenende beim Abiball einen Notendurchschnitt von 1,0 feiern. Sie ist die einzige, die in diesem Jahr an der Treysarer Schule diese bestmögliche Note erreicht hat.

Vorbei ist die stressige Zeit von Mitte März bis Ende Mai, in der stundelange schriftliche und mündliche Prüfungen den Tagesablauf bestimmen. In ihren Leistungskursen Deutsch und Latein analysierte die Treysaerin Texte des Psychoanalytikers Freud und des römischen Philosophen Seneca. In Mathematik standen Wahrscheinlichkeitsrechnungen und lineare Algebra, in Geschichte die Weimarer Republik  auf dem Programm. „Angst hatte ich nur vor Mathe“, blickte Melanie zurück. “Nach Silvester ging die Paukerei los, in den  Weihnachtsferien habe ich meine Unterlagen klargemacht“.

Dass die Abiturprüfung mit einer außergewöhnlich guten Note endete, führt die Schülerin auf eine gute Vorbereitung zurück. Gutes Mitarbeiten im Unterricht schon in den Monaten zuvor habe sich ebenso ausgezahlt wie die Wahl von Leistungsfächern, die sie auch wirklich interessieren.

Zum Finale der Schulzeit gehörten trotzdem auch Partys, Freunde treffen, Sport wie Inliner und Laufen, das Klarinette spielen im Blasorchester Schwalmstadt. Nicht als weltfremde Streberin sieht sich Melanie Marth, sondern, sondern als junge Frau, die ganz normal im Leben steht. „Man muss sich auch in den Hintern treten, wenn man keine Bock mehr hat“, das sei wichtig beim Lernen, sagt die 19 jährige.

Lesen hat viel geholfen!

Besonders geholfen hat ihr die Begeisterung für das Lesen. „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ von Michael Ende war als Kind ihr erstes Buch, danach schickten sie ihre Eltern in die Leihbücherei. Der Effekt des Lesen: „Es trainiert die Aufmerksamkeit, man kann sich besser ausdrücken, der Wortschatz wird größer und der Schreibstil wird besser.“ Ihre Eltern, von Beruf Erzieher und Bürokauffrau hätten sie jedenfalls nicht zum Lernen geprügelt, betont Melanie. Am Fach Deutsch hat ihr gefallen, dass sie über die Texte auch etwas über sich selbst gelernt hat. Am Fach Latein, das viele als trocken bezeichnen, hat ihr nicht unbedingt das Übersetzen, sondern vor allem das Wissen um die Herkunft, die Sichtweisen der antiken Autoren gefallen.

Wichtig seien im Schulbetrieb Lehrer, die motivieren können, die Interesse wecken, blickt Melanie zurück Sie selbst hat sich darin auch schon erprobt, Nachhilfeunterricht  hat sie für jüngere Schüler gegeben, ebenso Stunden für Klarinette.

Später zurück an die Schule

Das alles soll Beruf werden:

Ab dem kommenden Winter will die Treysaerin an der Uni in Mainz Deutsch, Latein und Philosophie studieren und selbst Lehrerin werden.

Am Besten eine so gute, wie sie sie nach eigenem Bekunden mehrfach getroffen hat, „eine, die Türen zu etwas Neuem aufmacht.“

28.06.2007 - 1 Jahre