Zeitungsartikel
HNA: Der Körper als Kollage
SCHWALMSTADT. Die Kunststoffhand im Einmachglas erinnert an das medizinische Konservieren von Körperteilen. Stilisierte Augen bilden eine farbenprächtige Planetenkonstellation, auf zartes Seidenpapier gebettet präsentiert sich der täuschend echte Nachbau eines menschlichen Herzens: 50 Exponate zum Thema „KörperMensch“ sind derzeit in den Fluren des Treysaer Schwalmgymnasiums zu sehen.
Sie sind das Ergebnis eines Wettbewerbs, der allen Schülern offen stand. Am Donnerstagmittag wurde die Ausstellung mit Bildern, Plastiken und Skulpturen sowie einer begleitenden Powerpoint-Präsentation eröffnet und die drei besten Werke von einer Jury, alle Kunstlehrer, prämiert.
Was noch bis Anfang März zu sehen ist, kann sich sehen lassen: Die freie Wahl der Technik inspirierte die Schüler zu qualitativ hochwertigen, spannenden und aussagekräftigen Objekten. Herausgekommen ist die Summe aller Körperteile, aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln interpretiert. Der Körper, dargestellt in impulsiven Pinselstrichen, zeigt als verwesendes Etwas deutliche Spuren einer Vergänglichkeit.
Wie viele Gesichter das menschliche Gesicht haben kann, stellen Reliefarbeiten aus Nägeln, maskenhaft skizzierte Partien von Stirn und Wange sowie die Serie „Fiese Fratzen“ aus modellierten Tontöpfen dar. (zsr)
Die Preisträger
Für die Darstellung eines Herzens als weich behütetes anatomisches Lebensorgan gewann Ann-Sophie Dickel als jüngste Teilnehmerin den ersten Preis und wurde dafür mit einem Cafeteria-Gutschein über 40 Euro belohnt. Hanna Seibel darf für 30 Euro in der Schule schlemmen, ihr Bild eines Paares im Stil der neuen Sachlichkeit wurde mit Platz Zwei ausgezeichnet. Oliver Schaubs Darstellung von menschlichen Körperteilen mit dem Namen „Alt und Jung“ überzeugte die Jury, die dafür den dritten Preis und einen Gutschein über 20 Euro vergab. (zsr)
Die Idee
Die Idee zum Wettbewerb „KörperMensch“ stammt von den Kunstlehrern Alexandra Machold, Dr. Heinz Eidam und Klaus Hottmann. Die thematische Auseinandersetzung mit dem Körper stand im Mittelpunkt des Wettbewerbs, der sich stufenübergreifend an alle Schüler des Schwalmgymnasiums richtete. Ohne Vorgaben, frei in Thematik und Technik, arbeiteten die Schüler in ihrer Freizeit an Bildern, Skulpturen, Installationen. 100 junge Leute machten mit, 50 Arbeiten werden derzeit in den Fluren der Schule ausgestellt. Zu sehen sind die Werke noch bis zum 2. März. (zsr)