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25.7.2008 : 7:31 (+0200)

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HNA-Online: Methoden als Schlüssel

Prof. Dr. Elsbeth SternSCHWALMSTADT. 1977 machte Elsbeth Stern aus Lischeid am Treysaer Schwalmgymnasium ihr Abitur. Schon damals war ihr klar: "Ich möchte Wissenschaftlerin werden." Heute ist Elsbeth Stern Professorin für Psychologie und als Lehr- und Lernforscherin an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) tätig.

Am Donnerstag besuchte die 50-Jährige nach 30 Jahren zum ersten Mal wieder ihre frühere Schule. Im Schwalmgymnasium referierte sie zum Thema Intelligentes Wissen als Schlüssel zum Können. Prof. Dr. Elsbeth Sterns Schwerpunkt ist das Denken und Lernen im naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich. In der Schweiz ist sie derzeit für die Ausbildung von Gymnasiallehrern zuständig. "Wer lehren will, muss lernen verstehen."

"Wir als Psychologen waren im Zuge der Bildungsprobleme und der Pisa-Studie sehr schnell gefragt. Beschäftigt Lehrer und Wissenschaftler doch zunehmend die Problematik, dass scheinbar einfache Aufgaben von Schülern nicht gelöst werden können", erläutert die Forscherin. Stern vertritt die These: "Wer lehren will, muss lernen verstehen." Ihr Wissen vermittelt die Psychologin nicht nur angehenden Lehrern: Bei etwa 50 Vortragsveranstaltungen im Jahr kommt sie auch mit Pädagogen und Problemen aus deren Praxis in Kontakt. "Aber ich gehe zu Forschungszwecken auch immer noch in Schulen", sagt Stern.

Die Wissenschaftlerin wehrt sich etwa gegen die These mancher Hirnforscher, dass es insbesondere im Kleinkindalter wichtig sei, die Bildung von Synapsen im Gehirn zu fördern: "In den USA hängen dazu über Kinderbetten blinkende Buchstaben. Im besten Fall geht das an den Kindern hoffentlich einfach vorbei. Denn eines ist klar: Allein aus der Tatsache, dass sich Synapsen bilden, lernt ein Kind nichts. Zumnidest nicht im Sinne von Wissen, auf das es später zurückgreifen kann", erklärt Stern. Denn genau darum geht es der Forscherin: Methoden aufzuzeigen, wie Kinder intelligent lernen. "Lernen als Interaktion zwischen Gehirn, Geist und Umwelt."

Daran wird die Lischeiderin weiter forschen. Zeit fürs Privatleben ist bei der 50-Jährigen deshalb rar: "Wissenschaftler haben eigentlich keine Hobbys", sagt sie. "Ich mache ein bisschen Sport - aber eher aus Vernunftgründen. Mein Leben ist die Wissenschaft."

Text/Foto: Sandra Rose

20.01.2008 - 187 Tage