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7.10.2008 : 4:05 (+0200)

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Zeitungsartikel

HNA: Sieben in einem Boot

SCHWALMSTADT. Wo Bildung aufhört und wo Bildung anfängt. Das vermag Andreas Pötter, Präsident des Schwalmstädter Lions Club nicht zu sagen. Wohl aber ,dass es sich lohnt, in Bildung zu investieren. Dazu hat der örtliche Lions club jetzt einen Fonds eingerichtet, aus dessen Topf künftig Jugendliche in der Region gefördert werden sollen, die aus finanziell schwächeren Familienhäusern kommen. Ihnen möchte der Fonds die Türen zu Projekten oder Weiterbildungsmöglichkeiten öffnen. Das Angebot richtet sich an die Stadtjugendpflege sowie an sechs weiterführende Schulen im Altkreis Ziegenhain: Das Schwalmgymnasium, die Melanchthonschule, die Schule im Ostergrund, die Steinwaldschule und die St. Martin Schule können sich über ein Antragsverfahren um Geld aus dem Bildungs-Fonds bewerben.

„Wir erhoffen uns dadurch einen besseren Überblick, wo Bildung scheitert, weil Geld fehlt:“

Andres Pötter

Bindeglied zwischen dem Club und den Jugendlichen sollen die Lehrer beziehungsweise die Jugendpfleger werden. Sie entscheiden, welche Schüler Hilfe benötigen und füllen den Antrag aus. Eine kurze Erläuterung über das zu unterstützende Bildungsprojekt und Kosten gehen per Formular dann an das den Jugendbeauftragten des Clubs, Udo Happe. ER sichtet die Anfragen und ruft bei Bedarf den Ausschuss hinzu. Schatzmeister Reinhard Bauer und Andres Pötter treffen gemeinsam mit Happe die Entscheidungen.

Anfragen häufen sich

„Der Bedarf ist sicher da“, darüber waren sich Lehrer und Jugendpfleger bei der Vorstellung des Fonds einig: „Speziell bei Studienfahrten häufen sich die Anfragenbezüglich einer Unterstützung. Zudem werden die Fördermöglichkeiten aus dem Elternbund geringer“, erklärte Dr. Helmut Bernsmeier, Leiter des Schwalmgymnasiums. Jürgen Reuse, Leiter der Steinwaldschule, pflichtete ihm bei: „Unser Problem ist die Neue Armut. Das sind Familien, die trotz Arbeit nur knapp über dem Arbeitslosengeld II liegen.“ Oft bekomme man als Lehrer erst nach und nach mit, was dahinterstecke, wenn ein Schüler bei Projekten, etwa aus der kulturellen Praxis, nicht mitmache. „Da ist das Geld nicht da. Aber die Schüler erzählen das erst, wenn man sie anspricht“, hat Reuse die Erfahrungen gemacht. Gespeist hat der Club den Fonds zunächst für ein Jahr. Angedacht ist, je nachdem wie sich die Zusammenarbeit entwickelt, eine langfristige Förderung.

18.07.2007 - 1 Jahre