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7.10.2008 : 4:09 (+0200)

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Zeitungsartikel

HNA-Online: Mathe ist allgegenwärtig

SCHWALMSTADT. Was hat die Influenza mit Mathe zu tun? Das fragten sich Schüler und Ehemalige am Mittwochsabend im Schwalmgymnasium. Trug einer der Vorträge den Titel Grippewelle. "Es gibt mathematische Modelle zur Berechnung von der Verbreitung von Infektionskrankheiten", erklärte Professor Dr. Thomas Bauer.

Er gestaltete mit vier Kollegen von der Uni Marburg den Abend der Mathematik in der Mensa der Treysaer Schule. Mit Mathe-Kurzreferaten. Der Anlass: das Jahr der Mathematik. Das Publikum: Schüler der Oberstufe, Lehrer und Ehemalige. 130 Leute. Junge Damen mit T-Shirts des Slogans "Mathe macht glücklich". Junge Herren mit gegelten Haaren, aber auch solche mit Seitenscheitel und Brille. Sie lachten, waren fröhlich, so gar nicht bierernst.

"Wir sind heute Abend fünf von sieben Professoren aus dem Fachbereich Mathematik", stellte Thomas Bauer im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Wie viel Prozent sind das? "Also, ähem ... naja, Mathematik hat weniger mit Rechnen zu tun als man denkt", wand sich der Mann aus der unangenehmen Situation. "Es geht mehr um die Lösung analytischer Probleme als um Rechnerei."

Aha. So ist das also. Und so sind sie, die Mathematiker: ein Völkchen für sich - das bedingt schon die komplizierte Welt, in der sie sich bewegen. Aber kommen sie deshalb verschroben rüber? So wie man sich das vorstellt? Ein bisschen vielleicht. Aber sie scheinen guter Dinge zu sein. Und neckisch. Irgendwie normal.

Die fünf Vorträge des Matheabends richteten sich ganz an die Mathefreaks. An die, die den Durchblick haben. Da ging es um die "Optimierung dynamischer Prozesse dargestellt an der Bewegung von Robotern", um Großmathematiker und deren Lehren und eben um die Grippewelle.

"Mathematik ist allgegenwärtig, aber zumeist unsichtbar", sagte Thomas Bauer. Die hohe Kunst der Zahlenjonglage verberge sich überall dort, wo man sie nicht vermute. In der Medizin, im Straßenverkehr, in der Musik, im Alltag.

Das mit der Musik belegte zu Beginn des Abends der Chor der Mathematiker. Die sangen die Hauptsatzkantate von Friedrich Wille - ein Stück, das sich um die Infinitesimalrechnung der Herren Leibniz und Newton dreht. Was die zum Inhalt hat, das bleibt das Geheimnis der Damen und Herren Mathelehrer. Und der eingeweihten Gymnasiasten.

"Ich würde mich freuen, wenn die Veranstaltung die Mathematik unter den Schülern populärer machte", sagte Schulleiter Dr. Helmut Bernsmeier. Das ist mehr als denkbar. Denn Spaß hat's auf jeden Fall gemacht. Allen. War so ganz und gar nicht dröge. Und das will schon was heißen. Immerhin ging's nur um Mathe.

 

Verblüfften einen ganzen Abend lang mit Mathematik: von links Reiner Weiß (Mathelehrer am Schwalmgymansium), Professor Dr. Bernhard Schmitt, Professor Dr. Thomas Bauer, Direktor Dr. Helmut Bernsmeier, Professor Dr. Ekaterina Kostina, Professor Dr. Jürgen Hinz, Christoph Rehbein, Kirsten Gläsel (beide Mathelehrer) und Professor Dr. Friedrich-Wilhelm Knöller.

 

Text/Foto: Markus Berger

18.05.2008 - 141 Tage