Zeitungsartikel
HNA-Online: Plötzlich sind sie wieder zwölf
SCHWALMSTADT. Vor exakt 49 Jahren, 11 Monaten und 28 Tagen legte der Abiturjahrgang 1958 seine Hochschulreife an der damaligen Schwalmschule ab: Elf ehemalige Klassenkameraden trafen sich aus genau diesem Anlass, ihrem 50-jährigen Abitur, am Samstag in Treysa. Gemeinsam setzten sie sich noch einmal an die Pulte im früheren Klassenzimmer und tauschten Erinnerungen an ihre Schulzeit aus. Begrüßt wurden sie von Schulleiter Dr. Helmut Bernsmeier.
Geschenke gab es am Ehrentag nicht nur für die Gäste, die mit dem Schuljournal und einer Spendenquittung in der Tasche gingen, sondern auch für die Gastgeber: Musiklehrer Andreas Fiebig nahm ein neues Saxophon in Empfang. Dafür hatten die Ehemaligen gesammelt - um den Ton ein wenig mitzubestimmen. "Wir hatten eigentlich eher an einen Konzertflügel gedacht", scherzte Dr. Friedrich-Wilhelm von Gilsa und genoss sichtlich die amüsierten Mienen seiner Klassenkameraden. Fiebig konterte: "Wenn sie noch mal Geld übrig haben, wir brauchen noch eine Aula."
Die Elf verstanden sich noch immer blendend und wie von selbst. "Das erste Treffen nach 25 Jahren war grausam. Desillusionierend. Danach haben wir die Abstände verringert. Dann ist der Schreckeffekt nicht mehr so groß", erzählte von Gilsa. Nach der Schulzeit zog es die meisten an eine Universität, heute wohnen sie in alle Himmelsrichtungen verstreut. Berlin, Hamburg, Augsburg und am Bodensee. Alles Orte, die auch schon Treffpunkte waren. Dann sind die Senioren plötzlich wieder Zwölf und amüsieren sich über die eine oder andere Episode: "Wisst ihr noch, dass es für die Stühle Kissen gab. Ein Lehrer hielt das jedoch für Verweichlichung. Da sagte ich, ich sei so bedürftig, dass ich ein Kissen brauche, um die Hose zu schonen." (zsr)
Quelle: Artikel vom 10.03.2008 aus www.hna.de