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7.10.2008 : 4:05 (+0200)

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Zeitungsartikel

HNA: Der Direx auf Klassenfahrt

Kultusminister hatte zum Kongress eingeladen- Auch Schwälmer Schulleiter waren dabei

SCHWALM. 2000 Schulleiter auf Klassenfahrt, in dieser Form eine Premiere: Hessische Schulleiter hatten sich am Samstag auf den Weg in die Frankfurter Jahrhunderthalle begeben. Kultusministerin Karin Wolf hatte zum Schulleiterkongress geladen – verbindlich.

„Die Atmosphäre war angenehm“, sagt Bernhard Schmidt, Schulleiter der Carl-Bantzer Schule in Ziegenhain: Insgesamt sei es eine Veranstaltung mit Tagungscharakter gewesen. Sein Fazit zum Treffen der Führungsmannschaft  des hessischen Schulwesens: Es gäbe von der Landesregierung her ernsthafte Bemühungen; Schulen mit mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung auszustatten. „Trotzdem, von der Sache“, meint Schmidt, „braucht man eine solche Veranstaltung nicht.“

Inhaltlich sei nichts rübergekommen, sagt Günter Brandt, derzeit Schulleiter der Grundschulen in Oberaula, Schwarzenborn und Ottrau. In der Schule verpönt, am Samstag sei es praktiziert worden, meint Brandt: „Frontalunterricht“. Insgesamt habe der Kongress den Charakter eine Wahlkampfveranstaltung gehabt. „Bei dem finanziellen Aufwand hatte ich mehr erwartet“, sagte Gerhard Hosemann, Rektor der Hochlandschule in Gilserberg. Gern hätte er mehr Erkenntnisse  von dem 400 000 Euro teuren Kongress mit nach Hause genommen. „Aber zweifelsohne wäre das Geld sinnvoller eingesetzt gewesen, wenn man davon neue Lehrer eingestellt hatte“, sagte Hosemann.

Inhaltlich stimme Olaf Rödiger, Leiter der Treysaer Schule im Ostergrund, mit vielen Aussagen überein, die auf der Tagung getroffen wurden. „Natürlich brauchen wir mehr Eigenverantwortung“, sagt er. „Aber wie soll das an kleinen Schulen wie unserer bewerkstelligt werden, ohne dass die Eigenbelastung so groß wird?“ Enttäuscht  zeigte sich Rödiger darüber , dass nur Beispile von Schulen herangezogen wurden, die weit über 1000 Schüler hatten. „Meine Frage danach, wie das bei uns funktionieren soll, wurde nicht konkret beantwortet“, bemängelt er. Sein Urteil : „Ich will nicht sagen, außer Spesen nichts gewesen, aber es geht schon in die Richtung.“

„Das Ziel der Veranstaltung war doch eigentlich, die Dialogkultur zwischen Frau Ministerin Wolff und den Schulleitern zu fördern“, sagt der Schulleiter der Steinwaldschule in Neukirchen, Jürgen Reuse. Allerdings seien in Wiesbaden mehr Monologe als Dialoge gehalten worden sein. „Was sicherlich bei 2200 Geladen auch nicht anders möglich ist“ , sagt Reuse. Neues habe er nicht erfahren. „Über alles, was besprochen wurde, sind wir dank regelmäßiger Newsletter, die wir bekommen, sowieso informiert gewesen.“

Dr. Helmut Bernsmeier vermisste den Austausch mit Kollegen, lobt aber die perfekte Organisation der Veranstaltung. „Inhaltlich ist nicht viel rübergekommen“, meint auch der Schulleiter des Schwalmgymnasiums. Mit nach Hause hat er eine, seiner Ansicht nach, sehr gelungene Tagungsbroschüre genommen. Zudem habe er nach dem Vortrag des Schweizer Bildungsökonoms den Eindruck gewonnen: „Wir machen wenig Falsch“.

06.03.2007 - 2 Jahre